Betrieb

Die vermögenswirksamen Leistungen und ihre steuerrechtliche Einordnung

Unter vermögenswirksamen Leistungen (vL) versteht man Geldleistungen des Arbeitgebers, die im Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag vereinbart sind. Die vermögenswirksamen Leistungen werden direkt auf ein Anlagekonto des Arbeitnehmers überwiesen. Je nach Vertrag muss bzw. kann der Arbeitnehmer selbst etwas hinzuzahlen.

Die vermögenswirksamen Leistungen werden mit einer Arbeitnehmersparzulage vom Staat gefördert. Die förderfähigen, langfristigen Sparformen sind vom Gesetzgeber vorgegeben. In der Regel beträgt die Laufzeit sieben Jahre, wobei das letzte Jahr beitragsfrei ist.

Vermögenswirksame Leistungen sind arbeitsrechtlich Bestandteil des Lohns oder Gehalts. Sie gehören zu den steuerpflichtigen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Der Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen ist nicht übertragbar.

Verschiedene Regelungen in den einzelnen Branchen

Die vermögenswirksamen Leistungen sind in den verschiedenen Branchen unterschiedlich geregelt:

  • Metall- und Elektroindustrie: Hier gilt seit Oktober 2006 der Tarifvertrag Altersvorsorgewirksame Leistung (TV AVWL), der den bisherigen Tarifvertrag zu den Vermögenswirksamen Leistungen ablöst. Gefördert wird mit der AVWL nicht mehr das generelle Sparen (Vermögensbildung), sondern der gezielte Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge. In der Übergangszeit bestehen beide Formen parallel. Danach können die tariflichen Leistungen nur noch zur Altersvorsorge eingesetzt werden.

  • Chemische Industrie: Die Tarifvertragsparteien der Chemieindustrie haben ebenfalls eine Ablösung bzw. Änderung vereinbart.

  • Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie: Angesichts der sich ankündigenden Probleme der Altersversorgung hat sich IG Metall beschlossen, die vermögenswirksamen Leistungen in die Altersvorsorge einzubringen – im November 2008 wurde ein neuer „Tarifvertrag Altersvorsorge“ für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie vereinbart. Nach dem „Tarifvertrag Altersvorsorge“ ist der Arbeitgeber nun verpflichtet, die bisherigen 319 Euro für vermögenswirksame Leistungen auf ca. 360 Euro für eine zusätzliche Altersversorgung aufzustocken (auch Auszubildende bekommen den vollen Betrag, nicht nur die Hälfte wie bisher). Diese Leistung kann in verschiedenen Formen angelegt werden. Je nach der Anlageform gewährt der Staat dabei unterschiedliche Vergünstigungen.

  • Öffentlicher Dienst: Beamte erhalten vermögenswirksame Leistungen nach dem „Gesetz für vermögenswirksame Leistungen für Beamtinnen, Beamte, Richterinnen, Richter, Berufssoldatinnen, Berufssoldaten, Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit“ (VermLG). Angestellte erhalten vermögenswirksame Leistungen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst beziehungsweise nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder; Auszubildende nach dem Tarifvertrag für Auszubildende der Länder in Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz (TVA-L BBiG).