Bausparvertrag

Schöner wohnen mit dem Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist ein Sparvertrag, den ein Anleger mit einer Bausparkasse abschließt. Er wird hauptsächlich für die Finanzierung von Ausgaben im Zusammenhang mit Wohnen eingesetzt. Zu einem vertraglich festgelegten Prozentsatz wird eine vorher vereinbarte Bausparsumme angespart: die Vertragssumme. Bei Bedarf wird der bis zu dieser Summe fehlende Teil als Bauspardarlehen gewährt, so dass der Bausparer über die volle Bausparsumme verfügen kann. Der Bausparer hat sogar einen Rechtsanspruch auf das Bauspardarlehen und kann den Bausparvertrag vererben.

Der Bausparvertrag ist eine Anlageform für die vermögenswirksamen Leistungen, zur Gewährung der Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie.

Der Bauspartarif, der bei Vertragsabschluss gewählt wird, legt die verschiedenen Variablen des Sparvertrags fest: die Zinssätze (Sparzins und Darlehenszins), die Ansparzeit, die Tilgungszeit, eine eventuelle Mindestvertragsdauer, das Mindestguthaben bei Zuteilung, die Regelspar- und Tilgungsbeiträge und die Abschlussgebühr. Es gibt unterschiedliche Bauspartarife: etwa Standardtarife, Schnellspartarife, Langzeittarife, variable Tarife. Die Laufzeit eines Standardtarifs beträgt zwischen 18 und 20 Jahren, davon sind etwa 8 Jahre Ansparzeit.

Bausparen gliedert sich in drei Phasen:

  1. In der Sparphase wird das für die Zuteilung notwendige Mindestsparguthaben angesammelt. Der Bausparer sollte den Bausparvertrag mindestens mit dem Regelsparbeitrag (je nach Tarif monatlich zwischen 3 ‰ und 10 ‰ der Bausparsumme) besparen. Die Zahlungsweise und Zahlungshöhe (monatlich, vierteljährlich etc.) kann vom Bausparer selbst gewählt werden. Die meisten Bausparkassen haben in ihren Allgemeinen Bedingungen festgelegt, dass bei einer Nichtbesparung des Vertrages die Kündigung durch die Bausparkasse ausgesprochen werden kann.

  2. Als Zuteilung des Bausparvertrags wird die Freigabe zur Auszahlung seitens der Bausparkasse bezeichnet. Zum Zeitpunkt der Zuteilung kann der Bausparer sich das Guthaben und – unter Umständen nach Stellung einer ausreichenden Sicherheit – das Darlehen auszahlen lassen. Eine Zuteilung des Bausparvertrages kann erfolgen, wenn die Zuteilungsvoraussetzungen erfüllt sind. Sie sind in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) festgelegt und variieren je nach Tarif und Bausparkasse. In der Regel werden folgende Zuteilungsvoraussetzungen vereinbart:

    • Mindestguthaben: Das Bausparguthaben muss einen vertraglich festgelegten Prozentsatz (in der Regel 40 % oder 50 %) der Bausparsumme erreicht haben. Als Bausparguthaben wird die Summe der auf einen Bausparvertrag geleisteten Einzahlungen (inklusive der vermögenswirksamen Leistungen) sowie der gutgeschriebenen Zinsen und Wohnungsbauprämien bezeichnet.

    • Mindestvertragsdauer/Mindestpazeit: Das ist der Zeitraum, der zwischen Abschluss und frühestmöglichem Zuteilungstermin eines Bausparvertrages liegt – je nach Tarif liegt er zwischen 12 und 60 Monaten.

    • Mindestbewertungszahl: Vertraglich festgelegte Bewertungszahl, die für eine Zuteilung mindestens erreicht werden muss.

  3. In der Darlehensphase wird das Bauspardarlehen getilgt. Bauspardarlehen sind Annuitätendarlehen mit einem Festzins über die gesamte Laufzeit. Die anfängliche Tilgung beträgt, je nach Tarif, zwischen 0,2 % und 0,9 % pro Monat der Bausparsumme. Ein Bauspardarlehen kann jederzeit ganz oder teilweise zurückgezahlt werden, ohne dass die bei Banken üblichen Vorfälligkeitsentschädigungen anfallen. Ein weiterer Vorteil des Bausparens sind die garantiert niedrigen Darlehenszinsen trotz Verzichts auf dingliche Sicherheiten.

Ein Bauspardarlehen kann zusätzlich durch eine Risikolebensversicherung abgesichert werden: Im Falle des Ablebens des Bausparers übernimmt das Versicherungsunternehmen die noch offenen Darlehensbeträge an die Bausparkasse. Die Kosten dieser Risikolebensversicherung trägt der Bausparer. Diese Kosten werden im Effektivzins des Bauspardarlehens ausgewiesen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, das Todesfallrisiko über die Abtretung von Lebensversicherungen anderer Versicherungen abzudecken.

Was mit dem Bausparvertrag finanziert werden kann

Das Bauspardarlehen kann für folgende wohnwirtschaftliche Maßnahmen eingesetzt werden (siehe § 1 Abs. 3 des Bausparkassengesetzes – BauSparkG):

  • Errichtung, Beschaffung, Erhaltung und Verbesserung von überwiegend zu Wohnzwecken bestimmten Gebäuden sowie der Erwerb von Rechten zur dauernden Nutzung von Wohnraum
  • Errichtung, Beschaffung, Erhaltung und Verbesserung von anderen Gebäuden, soweit sie Wohnzwecken dienen
  • Erwerb von Bauland und Erbbaurechten zur Errichtung von überwiegend zu Wohnzwecken bestimmten Gebäuden
  • Erwerb von Bauland und Erbbaurechten zur Errichtung anderer Gebäude hinsichtlich des Anteils, der dem Verhältnis des zu Wohnzwecken bestimmten Teils des auf dem Grundstück zu errichtenden Gebäudes zum Gesamtgebäude entspricht
  • Maßnahmen zur Erschließung und zur Förderung von Wohngebieten
  • die Ablösung von Verbindlichkeiten, die zur Durchführung aller bisher genannten Maßnahmen eingegangen worden sind
  • die Ablösung von Verbindlichkeiten, die auf einem überwiegend Wohnzwecken dienenden Grundstück ruhen
  • und diverse andere

Als wohnungswirtschaftliche Maßnahmen gelten die Ablösung von Verbindlichkeiten, die zur Leistung von Bauspareinlagen eingegangen worden sind, sowie gewerbliche Bauvorhaben, wenn sie im Zusammenhang mit dem Bau von Wohnungen oder in Gebieten durchgeführt werden, die dem Wohnen dienen.

Darauf sollten Sie achten

Da das Bauspardarlehen im Wesentlichen aus dem Guthaben anderer Bausparer, deren Vertrag noch nicht zuteilungsreif ist, gezahlt wird, ist nicht genau vorhersehbar, wie viel Kapital zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung steht. Deshalb kann auch keine fixe Summe angegeben werden, ab der ein Vertrag zugeteilt wird. Bausparkassen dürfen auch keine verbindlichen Aussagen über die Zuteilungsaussichten machen. Es wird eine Zuteilungsreihenfolge anhand der Bewertungszahl festgelegt. Diese wird an festgelegten Bewertungsstichtagen berechnet. Ein Bausparvertrag mit einer höheren Bewertungszahl hat Vorrang bei der Zuteilung. Wenn der Bausparvertrag noch nicht zuteilungsreif ist, bieten Bausparkassen über ein Vorausdarlehen eine Zwischenfinanzierung an.

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