Riester- und Rürup

Riester-Rente – Vorteile durch staatliche Zuschüsse

Die Bezeichnung „Riester-Rente“ geht auf Walter Riester zurück, der als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung 2001 die staatliche Förderung der freiwilligen Altersvorsorge durch eine Altersvorsorgezulage vorschlug. Dabei handelt es sich um eine Förderung von Altersvorsorgeprodukten. Die Riester-Rente ist hervorragend als Baustein zur privaten und betrieblichen Altersvorsorge geeignet, aber nicht alle Berufsgruppen sind zu dieser Förderung berechtigt, und sie ist nur bei speziell zertifizierten Altersvorsorgeprodukten möglich. Mit diesem Zertifikat bestätigt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), dass der jeweilige Vertrag die Bedingungen für die staatliche Förderung erfüllt.

Zertifizierte Riester-Verträge haben eine Zertifizierungsnummer. Sie werden von Lebensversicherungsunternehmen, Banken und Fondsgesellschaften angeboten. Die geförderten Banksparverträge, Lebensversicherungen oder Fondssparpläne dürfen frühestens im Alter von 62 Jahren ausgezahlt werden; dem Sparer wird eine lebenslange Rente garantiert.

Weitere Vorteile der Riester-Rente sind flexible Einzahlungen, ein flexibler Rentenbeginn, Vererbbarkeit und auf Wunsch zusätzlich Hinterbliebenenschutz sowie Berufs-/Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Wer länger arbeitslos ist, muss seine Ersparnisse angreifen, bevor er Anspruch auf weitere staatliche Unterstützung hat. Die Riester-Rente genießt unter Umständen Pfändungsschutz bei längerer Arbeitslosigkeit – Hartz-IV-Empfänger müssen also ihre Ersparnisse nicht angreifen.

Welche Berufsgruppen sind Riester-berechtigt?

Der Staat fördert grundsätzlich jeden, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist. Gefördert werden also:

  • Arbeitnehmer und Auszubildende

  • Wehr- und Zivildienstleistende

  • sozialversicherungspflichtige Selbstständige (zum Beispiel Handwerker)

  • Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II

  • nicht erwerbstätige Eltern in dem Zeitraum, der als Kindererziehungszeit angerechnet wird (pro Kind drei Jahre)

  • nicht gewerbsmäßig tätige Pflegepersonen

  • geringfügig Beschäftigte, die auf die Versicherungsfreiheit verzichtet haben

  • Pflichtversicherte der Alterssicherung der Landwirte

  • Empfänger von Besoldung und Amtsbezügen (zum Beispiel Beamte, Richter und Soldaten)

  • Beschäftigte, die rechtlich wie Beamte behandelt werden (zum Beispiel Mitarbeiter von Körperschaften, Anstalten oder Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie Lehrer oder Erzieher an nicht öffentlichen Schulen)

Keinen Anspruch auf Förderung haben:

  • Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind

  • Personen, die freiwillig gesetzlich rentenversichert sind

  • versicherungsfreie Sozialhilfeempfänger

  • Mitglieder von Versorgungswerken

  • Rentner und geringfügig Beschäftigte

Was Sie beachten sollten

Wer in den Genuss der vollen Zulagen kommen will, muss mindestens vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens in die neue Altersvorsorge einzahlen. Die Zulagen werden dabei als Teil dieser Sparleistung gerechnet, so dass sich der Eigenanteil des Versicherten reduziert. Sind die gezahlten Beiträge niedriger als die Mindestsparleistung, wird die Zulage anteilig gekürzt.

Staatliche Förderung Ihrer Altersvorsorge:

Alleinstehende/je Ehegatte 154 EUR
+ Berufseinsteigerbonus 200 EUR*
Kinderzulage pro Kind, vor 2008 geboren 185 EUR
Kinderzulage pro Kind, ab 2008 geboren 300 EUR
Erforderliche Mindestsparleistung
Mindestsparleistung in Prozent 4 %**
max. Sparleistung p.a. 2100 EUR

 

* einmaliger Bonus für Kunden, die bei Vertragsabschluss unter 25 Jahre alt sind
** in Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens, i.d.R. das Bruttoeinkommen

Geringverdiener, deren errechneter Mindesteigenbetrag niedriger als der sogenannte Sockelbetrag in Höhe von 60 EUR ist, oder Personen, die im Vorjahr kein Einkommen hatten, müssen mindestens den Sockelbeitrag einzahlen, um die volle Zulage zu erhalten.

Förderbeispiele

Aufgrund der attraktiven Förderung ist die Riester-Rente für alle Förderberechtigten interessant.

1 Er-
wachse-
ner, 2
Kinder

Ehepaar,
2 Kinder
(ab 2008
geboren)

Ehepaar,
kinderlos

Bruttoeinkommen p.a.

18.000 EUR

30.000 EUR

80.000 EUR

Sparleistung p.a.* (Eigenbeitrag + Zulagen)

720 EUR

1.200 EUR

2.100 EUR

Grundzulage p.a.

154 EUR

308 EUR

308 EUR

Kinderzulage p.a.

370 EUR

600 EUR

0 EUR

Eigenbeitrag

196 EUR

292 EUR

1.316 EUR

zusätzliche Steuer-
ersparnis p.a.

476 EUR

Förderung

72,8%

75,6%

37,3%

* 4% Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens, i.d.R. das Bruttoeinkommen, maximal jedoch 2.100 EUR ab 2008

Die Rürup- oder Basis-Rente

Diese Rente erhält man durch eine freiwillige private Versicherung, mit der vor allem Selbständige und Freiberufler privat für ihr Alter vorsorgen können. Diese lebenslange Altersvorsorge wird staatlich gefördert, und zwar durch hohe Steuervergünstigungen. Der Name „Rürup“ stammt von ihrem „Erfinder“, Professor Dr. Dr. h. c. Bert Rürup, Regierungsberater und Chef der Wirtschaftsweisen.

Die Basis-Rente ähnelt einem Sparkonto: Sie zahlen regelmäßig flexible Beträge ein, haben aber jederzeit auch die Möglichkeit, einen größeren Einmalbetrag einzuzahlen. Die Verzinsung Ihres Sparguthabens – in Investmentfonds, festverzinslichen Wertpapierfonds oder Kapitalanlagen mit garantierter Wertentwicklung – ist von der gewählten Anlageform abhängig.

Gesicherter Ruhestand mit der Basis-Rente

Jeder kann von der Möglichkeit profitieren, aus unversteuertem Bruttoeinkommen privat vorzusorgen. Die Rürup-Rente wurde speziell auf Selbständige zugeschnitten, aber auch für Arbeitnehmer, Beamte, nicht Erwerbstätige und sogar Rentner zahlen sich die steuerfreien Beiträge aus. Ältere Sparer können hohe Einmalbeiträge in ihre Altersvorsorge investieren – zu einem frei gewählten Zeitpunkt. Wer sich nicht auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen will, hat mit der Basis-Rente eine gute Entscheidung getroffen.

Neben der steuerlichen Förderung der Beiträge ist auch die steuerliche Förderung einer Berufsunfähigkeitsversicherung möglich. Vor Rentenbeginn ist Ihre Basis-Rente vor fremdem Zugriff vollständig geschützt. Bei der Veranlagung Ihres Sparguthabens gibt es keine Vorschriften. Das angesparte Kapital wird beim Arbeitslosengeld II nicht angerechnet – das sind nur einige der Vorteile, die die Basis-Rente bietet.

Was Sie beachten sollten

Steuerlich gefördert werden bis zu 20.000 € pro Jahr, bei Verheirateten bis zu 40.000 €. Auf Ihr angespartes Kapital können Sie erst ab dem 62. Lebensjahr wieder zugreifen; diese Einschränkung hat den Vorteil, dass Ihr Ruhestandsvermögen auch von niemandem sonst in Anspruch genommen werden kann – selbst im Falle einer Insolvenz.

Ab dem 62. Lebensjahr wird Ihr Guthaben lebenslang als monatliche Rente an Sie ausbezahlt. Die Auszahlungen werden analog den Bezügen aus der gesetzlichen Rentenversicherung versteuert. Im Todesfall vor und nach Rentenbeginn sind auch Ihre Hinterbliebenen abgesichert.

Zu beachten sind auch die Beitragsbemessungsgrenzen:

Bei Arbeitnehmern muss dieser Betrag von dem steuerlich abzugsfähigen Höchstbetrag von 20.000 € pro Person abgezogen werden, um den maximalen Jahresbeitrag für die Basis-Rente zu ermitteln. In den Neuen Bundesländern beträgt er 54.600 (Höchstbeitrag 10.865 €); in den Alten Bundesländern 64.800 € (Höchstbeitrag 12.895 €). Berechnet wird er folgendermaßen:

20.000 € *
– 19,9 % des Arbeitseinkommens bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze (BBG)

* Bei gemeinsam veranlagten Kunden kann die Summe der Höchstbeiträge von 40.000 € beliebig auf die Ehepartner aufgeteilt werden.

Freiberufler sind meist in Kammern organisiert. Teilweise ist an die Kammerzugehörigkeit eine Mitgliedschaft in einem berufsständischen Versorgungswerk gebunden. Die Beiträge hierfür sind vom steuerlich abzugsfähigen Höchstbeitrag von 20.000 € pro Person abzuziehen.

Der steuerlich abzugsfähige Höchstbetrag beträgt

20.000 € *
– Jahresbeitrag zum Versorgungswerk

* Bei gemeinsam veranlagten Kunden kann die Summe der Höchstbeiträge von 40.000 € beliebig auf die Ehepartner aufgeteilt werden.

Bei Unternehmern sind die Beitragsbemessungsgrenzen davon abhängig, ob sie eine betriebliche Altersvorsorge haben oder nicht:

Unternehmer haben eine betriebliche Altersversorgung

nein:
Steuerlich abzugsfähiger Höchstbetrag: 20.000 € *

ja
Steuerlich abzugsfähiger Höchstbetrag: 20.000 € * – 19,9 % des Geschäftsführergehaltes (max. 10.865 €, BBG-Ost)

* Bei gemeinsam veranlagten Kunden kann die Summe der Höchstbeiträge von 40.000 € beliebig auf die Ehepartner aufgeteilt werden.

Bei Beamten wird vom steuerlich abzugsfähigen Höchstbeitrag ein fiktiver Betrag zur gesetzlichen Rentenversicherung abgezogen. Der Abzug beträgt 19,9 % der Beamtenbezüge, berechnet maximal bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze Ost (max. 10.865 €).

Der steuerlich abzugsfähige Höchstbetrag beträgt

20.000 € *
– 19,9 % der Beamtenbezüge (max. 10.865 €)

* Bei gemeinsam veranlagten Kunden kann die Summe der Höchstbeiträge von 40.000 € beliebig auf die Ehepartner aufgeteilt werden.

Wie schon erwähnt, sind zahlreiche Versicherungs- und Anlageprodukte förderungsfähig. Welcher Riester-Vertrag der richtige für Sie ist, finden wir am besten in einem gemeinsamen Gespräch heraus.