Betriebliche Krankenversicherung

Was ist eine betriebliche Krankenversicherung?

Die betriebliche Krankenversicherung (bKv) gehört – wie die Betriebsrente oder die betriebliche Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung – zu den betrieblichen Versorgungssystemen. Während Unternehmen jedoch durch das „Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge“ verpflichtet sind, ihren Mitarbeitern eine private Altersvorsorge zu ermöglichen, stellt die betriebliche Krankenversicherung eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers dar. Anstelle von Lohnerhöhungen oder Bonuszahlungen kann der Arbeitgeber so in die Gesundheit seiner Mitarbeiter investieren.

Die betriebliche Krankenversicherung soll die gesetzliche Krankenversicherung ergänzen. Welche Zusatzleistungen der Arbeitnehmer in Anspruch nehmen will, kann durch den Arbeitgeber oder den Arbeitnehmer entschieden werden. Es handelt sich dabei immer um eine Gruppenversicherung. Sie kann vom Arbeitgeber entweder für die gesamte Belegschaft oder aber für eine ausgewählte Gruppe abgeschlossen werden. Durch den „Mengenrabatt“ sind die Beiträge oft erheblich günstiger als in einer individuell abgeschlossenen Versicherung. Zudem entfällt die normalerweise obligatorische Gesundheitsprüfung, oder sie wird stark vereinfacht, so dass auch Personen mit Beeinträchtigungen in den Genuss einer privaten Zusatzversicherung kommen können.

Voraussetzungen der betrieblichen Krankenversicherung

Damit ein Arbeitgeber für seine Mitarbeiter eine betriebliche Krankenversicherung abschließen kann, muss eine Mindestanzahl an Mitarbeitern versichert werden, die – je nach Größe des Unternehmens und nach der jeweiligen Versicherungsgesellschaft – stark variiert. In der Regel müssen mittelständische Unternehmen mindestens 50 Prozent und große Unternehmen mindestens 25 Prozent der Belegschaft versichern lassen. Geringfügig und kurzfristig Beschäftigte, Leiharbeiter sowie Saisonkräfte sind von der betrieblichen Krankenversicherung meistens ausgeschlossen.

Leistungsspektrum der betrieblichen Krankenversicherung

Bei den meisten Versicherern können Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus einem breiten Angebot an privaten Zusatzversicherungen auswählen. Am sinnvollsten ist es, sich als Arbeitgeber mit den Mitarbeitern zusammenzusetzen und diese nach ihren Wünschen bzw. Bedürfnissen im Hinblick auf ihre Gesundheitsfürsorge zu befragen. Da diese mitunter weit auseinandergehen können, die Mitarbeiter aber nur gemeinsam – also in einem Tarif –versichert werden können, muss entweder ein Konsens gefunden werden, oder der Arbeitgeber muss interessenbezogene Gruppenpolicen abschließen.

Die Versicherungsgesellschaften bieten verschieden „Bausteine“ an, damit die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse optimal ergänzt werden. So können – je nach Auswahl – z.B. folgende Leistungen übernommen werden:

  • Vorsorgeuntersuchungen (z.B. Krebsscreening)
  • Behandlungen bei einem Heilpraktiker, naturheilkundliche sowie alternative Behandlungsformen
  • Chefarztversorgung
  • Aufenthalt in einem Ein- oder Zweibettzimmer im Falle eines Krankenhaus- oder Kuraufenthaltes
  • Zahnersatz
  • Zahnvorsorge und -behandlung
  • Zuzahlungen für Sehhilfen
  • Krankentagegeld
  • Reisekrankenversicherung
  • Gesundheitsmanagement im Unternehmen (z.B. durch eine Betriebssportgruppe)

Vorteile für den Arbeitgeber

In Zukunft wird es für Unternehmer immer wichtiger sein, als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, um gute Fachkräfte an das Unternehmen zu binden. Die betriebliche Krankenversicherung kann als eine Art Belohnung gesehen werden. Belohnungen und soziale Leistungen erhöhen nicht nur die Motivation der Mitarbeiter, sondern wirken sich auch positiv auf den Ruf des Arbeitgebers aus. Statt einer Bonuszahlung oder einer Lohnerhöhung, für die Steuern und Sozialabgaben entrichtet werden müssen, bekommt der Mitarbeiter eine betriebliche Krankenversicherung, die bis zu 44 Euro monatlich pro Mitarbeiter frei von Sozialabgaben und Steuern ist. Der Arbeitgeber kann sie außerdem bei der jährlichen Steuererklärung als gewinnmindernd geltend machen.

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Gehaltserhöhung bzw. Bonuszahlung sind die Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung bis zu einer Freigrenze von 44 Euro je Mitarbeiter und Monat frei von jeglichen steuerlichen oder sozialen Abgaben. Liegt der monatliche Beitrag darüber, müssen Arbeitnehmer sowohl Lohnsteuer- als auch Sozialversicherungsbeiträge darauf entrichten – die Beiträge gelten als Arbeitsentgelt. Steuern und Abgaben können aber gespart werden, sobald die Ausgaben für eine betriebliche Krankenversicherung als „sonstiger Bezug“ nach § 40 Abs. 1 Einkommensteuergesetz pauschal versteuert werden, da in diesem Fall die Beiträge nicht als Arbeitsentgelt zählen.

In jedem Fall aber kann der Arbeitgeber sowohl die Pauschalsteuer als auch die Ausgaben zur betrieblichen Krankenversicherung als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.

Vorteile für den Arbeitnehmer

Mitarbeiter profitieren von einer betrieblichen Krankenversicherung, weil sie im Krankheitsfall auf bessere Gesundheitsleistungen – genau wie bei einer privaten Zusatzversicherung – Anspruch haben.

Wer privat eine Krankenzusatzversicherung abschließt, muss in den meisten Fällen detaillierte Fragen zu seinem Gesundheitszustand wahrheitsgemäß beantworten. Je nachdem, wie diese Gesundheitsprüfung ausfällt, kann der Versicherer bestimmte Leistungen von vornherein aus dem Versicherungsschutz ausklammern oder aber den Abschluss einer Versicherung gänzlich verweigern. Der unbestreitbare Vorteil einer betrieblichen Krankenversicherung besteht darin, dass genau diese Gesundheitsprüfung entweder entfällt oder aber, bei manchen Anbietern, nur sehr oberflächlich ausfällt. Dadurch können alle Mitarbeiter – auch die, die im Normalfall nicht in den Genuss einer solchen Zusatzversicherung kommen würden – in die betriebliche Krankenversicherung aufgenommen werden.

Wird eine Krankenzusatzversicherung privat abgeschlossen, gelten außerdem oft Wartezeiten von bis zu einem Jahr. Das bedeutet, dass der Versicherte erst ein Jahr lang Beiträge einzahlen muss, bevor er die Leistungen der Versicherung in Anspruch nehmen kann. Im Gegensatz zu den privaten Krankenzusatzversicherungen gibt es solche Wartezeiten bei einer betrieblichen Krankenversicherung nicht: Der Versicherungsschutz kann im Bedarfsfall sofort in Anspruch genommen werden.

Die betriebliche Krankenversicherung kann in der Regel auch nach einem Ausscheiden aus dem Unternehmen weitergeführt werden. In diesem Fall zahlt jedoch der ehemalige Arbeitnehmer selbst die anfälligen – im Vergleich zu anderen privaten Zusatzversicherungen günstigen – Beiträge. Bei einigen Tarifen ist es auch möglich, Familienmitglieder ebenfalls günstig mitzuversichern.

Wie hoch sind die Beiträge in der betrieblichen Krankenversicherung?

Die betriebliche Krankenversicherung bietet Gesundheitsfürsorge zu sehr günstigen Tarifen. Diese kommen durch eine Art Mengenrabatt zustande; es muss z.B. eine Mindestanzahl von Mitarbeitern (meist sind es 10) in demselben Tarif versichert werden. Der eigentliche Beitrag ist ein Durchschnittsbeitrag, der sich aus dem durchschnittlichen Alter der versicherten Arbeitnehmer errechnet. Je niedriger dieses Durchschnittsalter ist, desto günstiger sind auch die Beiträge. Die Kosten für die betriebliche Krankenversicherung sind für Männer und Frauen identisch (Unisex-Tarife). Sie werden an den aktuellen Markt angepasst und können auch steigen.

Modelle der betrieblichen Krankenversicherung

Unternehmen können eine betriebliche Krankenversicherung als Sachleistung anbieten. Sachleistungen können – der üblichen steuerlichen Regelung gemäß – bis 44 € steuer- und sozialversicherungsfrei an die Mitarbeiter abgegeben werden. Alle gewährten Sachleistungen müssen zusammengerechnet werden. Berücksichtigungsfähig sind alle Mitarbeiter, die in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) krankenversichert sind.

Unternehmen, die eine betrieblichen Krankenversicherung einführen, sollten darauf achten, dass die Leistungen in Bezug auf die Gestaltung und den Aufwand flexibel an das Unternehmen angepasst werden. Meistens werden modular aufgebaute Bausteine angeboten. Das Unternehmen kann aus folgenden Bausteinen ein individuelles Konzept zusammenstellen:

  • Zahnzusatzversicherung

  • Zusatzversicherung im ambulanten Bereich

  • Zusatzversicherung im stationären Bereich

  • Zusatzversicherung Krankengeld

  • Zusatzversicherung Auslands-Krankenversicherung

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