Inhalts-, Elektronik-, Betriebsunterbrechungversicherung

Inhaltsversicherung für Gewerbebetriebe

Ähnlich der Hausratversicherung für den Privatbereich ermöglicht es die Inhaltsversicherung, dass ein Gewerbetrieb im Falle von Einbruch, Feuer, Leitungswasserschäden, Sturm oder Schäden an Geräten und Maschinen des Betriebs abgesichert ist; inkludiert ist dabei auch Montage- und technische Versicherung. Neben dem am meisten verwendeten Begriff „Inhaltsversicherung“ haben sich auch die Begriffe Geschäftsinhaltsversicherung, Sach-Inhaltsversicherung, Betriebsinhaltsversicherung, Firmen-Inhaltsversicherung und Gewerbeinhaltsversicherung etabliert.

Gegen welche Risiken bietet die Inhaltsversicherung Schutz?

Versicherungsschutz besteht erstens für versicherte Sachen, die durch Feuer, durch Einbruchdiebstahl, Vandalismus und Beraubung entstehen. Bei Beraubung sind diese Sachen nur innerhalb eines Gebäudes oder Grundstücks und auf dem Transportweg versichert.

Außerdem besteht Versicherungsschutz für Schäden an den versicherten Sachen durch Leitungswasser, Sturm, Hagel, durch Elementargefahren (soweit vereinbart), durch innere Unruhen, böswillige Beschädigung, Streik und Aussperrung, durch Fahrzeuganprall, Rauch, Überschalldruckwellen, durch Glasbruch etc.
Versichert sind auch die beweglichen Sachen des Betriebsvermögens, also die technische und kaufmännische Betriebseinrichtung, Waren und Vorräte (soweit der Versicherungsnehmer auch Eigentümer ist); aber auch fremdes Eigentum, das zur Bearbeitung, Benutzung, Verwahrung, zum Verkauf oder zur Reparatur in den Betrieb gebracht wurde sowie bewegliche Sachen, die sicherungshalber an Dritte übergeben wurden.

Die Gebrauchsgegenstände der Betriebsangehörigen sind auch versichert, soweit diese sich üblicherweise oder auf Verlangen des Arbeitgebers innerhalb des Versicherungsortes befinden.

Auch maschinenlesbare Informationen, die für die Grundfunktion versicherter Sachen notwendig sind sowie serienmäßig hergestellte Standardprogramme sind in der Inhaltsversicherung versichert.

Bei einigen Versicherungsgesellschaften sind auch die Risiken der Maschinenversicherung, der Betriebsunterbrechung und des Warentransportes im Rahmen der Inhaltsversicherung abgedeckt.

Entschädigungsleistungen der Inhaltsversicherung im Überblick

Die Versicherung übernimmt die Kosten für:

  • die Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung der gesamten technischen und kaufmännischen Büroeinrichtung sowie der elektronischen Geräte
  • die Wiederherstellung von Software und verlorengegangenen Daten
  • die Wiederherstellung von Geschäftsbüchern und Akten
  • die Beschleunigungsmaßnahmen bei Betriebsunterbrechung zur Minderung von Ertragsausfall
  • die Aufräumungs- und Schutzmaßnahmen
  • die provisorischen Sicherungsmaßnahmen nach einem Einbruch

Worauf sich der Versicherungsschutz der Inhaltsversicherung nicht erstreckt

Nicht versichert sind, soweit nicht etwas anderes vereinbart ist:

  • Bargeld, Urkunden, Sparbücher, Wertpapiere, Briefmarken, Münzen, Sachen aus Edelmetall (ausgenommen Sachen, die dem Raumschmuck dienen), Schmuck, auf Geldkarten geladene Beträge (es sei denn, sie gehören zu den Waren oder Vorräten), Akten, Pläne, Geschäftsbücher, Karteien, Zeichnungen, individuelle Programme und individuelle Daten
  • zulassungspflichtige Kraftfahrzeuge, Kraftfahrzeuganhänger und Zugmaschinen
  • Automaten mit Geldeinwurf oder Geldkarten, Geldwechsler sowie Geldausgabeautomaten einschließlich deren Inhalt (es sei denn, sie gehören zu den Waren oder Vorräten)
  • Sachen, die noch nicht betriebsfertig aufgestellt oder montiert sind oder deren Probelauf noch nicht erfolgreich abgeschlossen ist, oder Geräte, die bei Antragstellung älter als 10 Jahre sind
  • Schäden durch Kriegsereignisse jeder Art oder nukleare Strahlung, radioaktive Substanzen und Kernenergie

Die Ermittlung der Versicherungssumme

Die Versicherungssumme richtet sich nach dem Wert der versicherten Sachen. Als Grundlage dafür ist der Entschädigungswert zu ermitteln. Der Entschädigungswert kann der Neuwert, der Zeitwert oder der gemeine Wert der Betriebseinrichtung sowie der Gebrauchsgegenstände der Betriebsangehörigen sein.

Grundsätzlich ist der Neuwert zu ermitteln. Dieser ist der Betrag, der aufzuwenden ist, um Sachen gleicher Art und Güte in neuwertigem Zustand wiederzubeschaffen oder sie neu herzustellen. Der Zeitwert wird angesetzt, falls der Wert der versicherten Sache aufgrund seiner Abnutzung und seines Alters weniger als 40% des Neuwertes beträgt. Der gemeine Wert ist der erzielbare Verkaufspreis für eine Sache, die im Betrieb nicht mehr verwendbar ist.

Wichtig: Vermeidung von Unterversicherung

Ist die Versicherungssumme niedriger als der Versicherungswert bei Eintritt des Versicherungsfalles, so ist eine Unterversicherung gegeben. Dadurch fällt im Schadenfall die Entschädigung geringer aus. Hier ein Beispiel:

Versicherungssumme: 100.000 €
Versicherungswert: 125.000 €
Schadensumme 50.000 €

Das Verhältnis der Versicherungssumme zum Versicherungswert beträgt 80%.
Die Entschädigungszahlung beläuft sich also auf 80% von 50.000 € = 40.000 €.

Eine Unterversicherung gibt es nicht nur im Falle von Sachschäden, sondern auch in Bezug auf zu erstattende Kosten (z.B. Reparaturkosten, Wiederherstellungskosten für Geschäftsbücher und Akten sowie Aufräumungskosten). Unterversicherung sollte also unbedingt vermieden werden.

Empfehlenswerte Zusatzversicherungen

Zusätzlich zur Inhaltsversicherung ist eine Ertragsausfallversicherung sinnvoll, die dann eintritt, wenn der Betrieb aufgrund der Sachschäden nicht weiterlaufen kann und die fixen Kosten wie Löhne, Gehälter, Pacht oder Miete trotzdem gezahlt werden müssen.
Verfügt ein Betrieb über große Fensterflächen, eine aufwändige Innen- und Außenverglasung, große Glaselemente oder Glastüren, ist eine Glasversicherung absolut empfehlenswert.

Worauf Sie achten sollten

Aufgrund von Preissteigerungen kann es dazu kommen, dass die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt ist, obwohl man das unbedingt vermeiden wollte. Durch die Vereinbarung einer dynamischen Wertanpassung ist es möglich, jederzeit die Auszahlungssumme zu erhalten, die dem Neuanschaffungspreis der Betriebseinrichtung entspricht.

Versicherungsschutz besteht nur am Versicherungsort. Als Versicherungsort gelten die im Versicherungsschein dokumentierten Betriebs-, Geschäfts- und Lagerräume. Neu hinzukommende Betriebsgrundstücke innerhalb der Bundesrepublik Deutschland sind bis zu einer bestimmten Entschädigungsgrenze für eine bestimmte Zeit automatisch mitversichert.

Die örtliche Begrenzung des Versicherungsschutzes gilt nicht für Sachen, die infolge eines eingetretenen oder unmittelbar bevorstehenden Versicherungsfalles aus dem Versicherungsort entfernt und in zeitlichem und örtlichem Zusammenhang mit diesem Vorgang beschädigt oder zerstört werden oder abhanden kommen.

Bei Beraubung auf Transportwegen ist der Ort maßgebend, an dem die transportierten Sachen sich bei Beginn der Tat befunden haben.

Soweit nicht etwas anderes vereinbart ist, besteht Versicherungsschutz auch für versicherte Sachen, die sich vorübergehend außerhalb des Versicherungsortes (als vorübergehend gilt ein Zeitraum von maximal 3 Monaten). Sachen, die auf Baustellen gelagert werden, werden von der Inhaltsversicherung nicht gedeckt.