Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge basiert auf der Grundidee des Kapitaldeckungsverfahrens und wird auf freiwilliger Basis abgeschlossen. Das eingezahlte Kapital sowie die erwirtschafteten Zinsen stehen daher ausschließlich dem Sparer zu. Er kann zwischen einer lebenslangen Rente oder einer Kapitalauszahlung wählen.

Staatliche geförderte Vorsorge

Die Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge (Rürup- und Riester-Rente) sind im Zuge der letzten großen Rentenreformen entstanden und sollen unter anderem das sinkende Rentenniveau kompensieren. Diese staatlich geförderten Vorsorgeformen unterliegen besonderen Regelungen: Sie können nicht beliehen, veräußert oder vererbt bzw. verpfändet werden (mit wenigen Ausnahmen im Bereich der Riester-Rente).

Ein großer Vorteil dieser Formen der Altersvorsorge besteht darin, dass Sozialhilfeträger das staatlich geförderte Altersvorsorgevermögen nicht auf Hartz IV anrechnen („Hartz-IV-Sicherheit“). Das angesparte Kapital soll grundsätzlich ausschließlich zur Altersversorgung des Sparers dienen. Vererbbarkeitsregeln bei Riester-Verträgen führen zum Vermögensübertrag im Todesfall auf den Ehegatten. Wenn kein erbberechtigter Ehepartner mit eigenem Riester-Vertrag als Erbe in Frage kommt, sind die staatlichen Förderungen zurückzuzahlen. Das restliche Sparkapital fällt in die Erbmasse und wird wie sonstiges Vermögen vererbt. Eine Vererbung des Kapitals an leibliche Kinder ist ebenfalls möglich.

Riester-Rente

Die Riester-Rente gehört zu den heute bekannteren Formen staatlich geförderter Altersvorsorge. Gefördert wird die Riester-Rente von staatlicher Seite durch Zulagen. Außerdem ist ein steuerlicher Ansatz der Beiträge als Altersvorsorgeaufwendungen möglich.

Für die staatliche Förderung ist die Einzahlung von Beiträgen in einen zertifizierten Vertrag erforderlich. Dies kann eine Rentenversicherung, ein Banksparplan, eine Fonds-Police (fondsgebundene Rentenversicherung) oder auch ein Direktinvestment in Aktien- und Rentenfonds (Fondssparplan) sein. Riester-Verträge werden daher sowohl von Versicherungs- und Fondsgesellschaften als auch von Bausparkassen angeboten.

Staatlich geförderte Aktienfonds-Sparpläne werden von Banken und Fondsgesellschaften angeboten. Bei einem staatlich geförderten Fondssparplan sind sämtliche Kosten (Depotgebühren und Ausgabe-Aufschläge) klar festgelegt und dem Anleger bei Vertragsschluss bekannt. Der Anleger kann nachvollziehen, wie viele Fondsanteile ihm nach Abzug der Gebühren gutgeschrieben werden.

Bei Rentenversicherungen und Fonds-Policen, die von Versicherern angeboten werden, wurde die Kostenstruktur als intransparent bemängelt. Durch die Versicherungsvertragsgesetz-Reform (VVG) wurden Versicherer verpflichtet, auszuweisen, welcher Anteil des eingezahlten Geldes in den Aufbau des Kapitalstocks bzw. Fonds fließt. Den Versicherern obliegt auch die Verpflichtung, Garantien über die eingezahlten Beiträge zu übernehmen – nicht aber in puncto Rendite.

Die Verwaltung von Riester-Renten ist sehr aufwändig und führt daher zu höheren Kostenbelastungen der Riester-Verträge im Vergleich zu den anderen Formen der Altersvorsorge, beispielsweise privaten Rentenversicherungen.

Rürup-Rente

Bei der Rürup-Rente handelt sich um eine freiwillige Versicherung, die besonders für Selbstständige, Freiberufler und Gutverdienende geeignet ist. Verbraucherschützer empfehlen Selbständigen neben dem klassischen Privatvertrag die Rürup-Rente. Diese kann auch fondsgebunden durchgeführt werden. Nachteilig gegenüber einem direkten Investment in einen Fondssparplan ist allerdings die geringere Transparenz der Anlagestruktur der Rentenversicherer, da Versicherungsgesellschaften ihre Kostenstruktur meistens nicht bekannt geben.

Das angesparte Kapital ist im Falle der Rürup-Rente nicht vererbbar. Eine Rente wird nur bis zum Ableben des Versicherungsnehmers gezahlt. Stirbt der Versicherungsnehmer vor Erreichen des vereinbarten Renteneintrittsalters, ist ein Totalverlust der eingezahlten Beiträge die Folge. Abhilfe schaffen hier aber gesondert zu vereinbarende Rückgewährspolicen. Gute Renditen kann der Versicherungsnehmer nur erzielen, wenn er einen langen Rentenbezug erlebt.

Staatlich nicht geförderte Vorsorgeformen

Staatlich nicht geförderte Vorsorgeverträge genießen keinen rechtlich garantierten Bestandschutz der Einzahlungen. Andererseits kann mit diesen Formen der Altersvorsorge auch ein generationenübergreifender Vermögensaufbau erreicht werden, da das angesparte Vermögen in der Regel verfügbar und vererbbar ist. Des Weiteren kann die steuerliche Situation zum Auszahlzeitpunkt eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu den geförderten Produkten, welche im Alter eine volle Rentenversteuerung vorsehen, müssen nicht geförderte Produkte im Rentenalter nur mit dem Ertragsanteil versteuert werden.

Aktienfonds-Sparpläne

Aktienfonds-Sparpläne werden von Banken, Direktbanken und Fondsgesellschaften angeboten. Bei ihnen fließt das Geld in einen oder mehrere Aktienfonds. Da diese Form der Kapitalanlage keine staatliche Förderung erhält, steht es dem Anleger frei, wann und wie er über sein Vermögen verfügt.

Aktienfonds-Sparpläne verursachen verschiedene Kostenarten und Kostenhöhen:

  • Beim Kauf ist für jeden Sparbeitrag einmalig ein Ausgabe-Aufschlag zu entrichten, wobei viele Kapitalanlagegesellschaften langjährigen Kunden erhebliche Nachlässe gewähren.

  • Manche Kapitalanlagegesellschaften verlangen diese Ausgabe-Aufschläge auch bei Umschichtungen während der Laufzeit. Dann gilt: Je öfter das Portfolio umgeschichtet wird, desto höher sind die Kosten durch Ausgabe-Aufschläge. Viele Kapitalanlagegesellschaften verzichten allerdings unter bestimmten Voraussetzungen bei Umschichtungen auf Ausgabe-Aufschläge.

  • Einige Banken oder Fondsvermittler bieten ausgewählte Fonds mit reduziertem bzw. ohne Ausgabe-Aufschlag an.

Den höheren Renditechancen dieser Anlageform steht ein Verlustrisiko gegenüber, da die Bank oder Fondsgesellschaft dem Anleger in der Regel keine Ablaufleistung garantiert. Die Streubreite möglicher Endleistungen steigt mit zunehmender Laufzeit. Die Berechenbarkeit des Sparergebnisses eines Aktienfondssparplans im Sinne einer planbaren Altersvorsorge nimmt ab. Es besteht auch das Risiko eines Totalverlustes.

Ein Vorteil der Aktienfonds-Anlage ist ihre hohe Kostentransparenz. Depotgebühren und Ausgabe-Aufschläge sind in den Preisverzeichnissen der Banken, Sparkassen und Fondsgesellschaften aufgeführt.

Immobilienbesitz

Auch der Erwerb von Immobilienbesitz während der Erwerbsphase kann zum Erhalt des Lebensstandards im Ruhestand beitragen. Dabei ist es günstiger, den erworbenen Wohnraum – soweit es dem eigenen Wohnbedarf entspricht – selbst zu nutzen und die wegfallende Kaltmiete als Rendite zu betrachten. Im Unterschied zum Eigenbedarf muss bei Vermietung an Fremde der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten als Einkommen versteuert werden, was die Rendite schmälert.

Private Altersvorsorge ist die Basis für einen erfüllten Lebensabend

Dass private Altersvorsorge unabdingbar ist, wenn der gewohnte Lebensstandard auch nach Beendigung des Arbeitslebens aufrechterhalten werden soll, ist inzwischen den meisten klar geworden. Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird kaum jemandem einen finanziell sorgenfreien Ruhestand bieten. Allerdings ist es nicht leicht, sich im Gestrüpp der zusätzlichen Absicherungen zurechtzufinden: Von Riester- und Rüruprente über Modelle der betrieblichen Altersvorsorge bis hin zu Zeitwertkonten gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zusätzlich abzusichern.

Lassen Sie sich von uns beraten, damit Sie die vielleicht beste Zeit Ihres Lebens entspannt genießen können!

Rentenrechner

Kann man überhaupt abschätzen, welche finanziellen Vorkehrungen man im Moment treffen muss, damit man auch in Zukunft finanziell abgesichert ist? Wie lange reicht das angesparte Kapital aus? Es handelt sich um eine Gleichung mit vielen Variablen, die das Endergebnis beeinflussen. Wir schlagen Ihnen drei Rechenmodule vor, mit deren Hilfe Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten im Rentenalter berechnen können:

  • Einzahlplanrechner

  • Auszahlplanrechner

  • Kaufkraftrechner

Nun haben Sie eine konkrete Vorstellung davon, wie es später auf Ihrem Konto aussehen wird. Wahrscheinlich ist Ihnen nun klar, dass Sie zusätzliche Vorkehrungen treffen müssen, damit Sie Ihren Lebensabend wirklich genießen können. Wir beraten Sie gerne dabei!