Berufs-, Dienst-, Arbeits-, Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Grundfähigkeitsversicherung

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Kaum jemand ist sich bewusst, dass er eigentlich über ein beträchtliches Vermögen verfügt: die Berufsausbildung. In dieses Vermögen haben Sie viel Zeit und Ihre Eltern viel Geld investiert. Nun verdienen Sie für sich und eventuell Ihre Familie Ihr eigenes Geld und können einen gewissen Lebensstandard aufrechterhalten. Das alles wäre mit einem Mal Geschichte, wenn Sie einen Unfall hätten oder schwer erkranken würden und nicht mehr arbeiten könnten.

Dagegen kann man sich zum Glück absichern. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz: BU-Versicherung) ist neben der Unfallversicherung ein Zweig der Invaliditätsversicherung. Sie kann entweder als Zusatzversicherung (Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, kurz BUZ) – im Paket mit einer Lebensversicherung oder Rentenversicherung – oder als selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) abgeschlossen werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die bekannteste Invaliditätsversicherung. Es gibt außerdem die Erwerbs-, Dienst-, Arbeitsunfähigkeits-, die Grundfähigkeitsversicherung, die Dread-Disease- sowie die private und die gesetzliche Unfallversicherung, die in ihren Bedingungen jedoch unterschiedliche Ausprägungen haben.

Mit dem Begriff „Berufsunfähigkeitsversicherung“ wird heutzutage eine private Versicherung bezeichnet; allerdings gibt es auch im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung eine ähnliche Absicherung – diese gilt aber nur für Personen, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind, und auch nur unter gewissen Voraussetzungen und mit niedrigen Leistungen. Für all diejenigen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, gibt es nur einen begrenzten Schutz im Rahmen der Erwerbsunfähigkeit, der nach dem Restleistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermittelt wird. Berufsanfänger und ab 1961 Geborene haben keine Möglichkeit, sich gegen den Verlust ihrer Arbeitskraft abzusichern. Sie erhalten nur noch die so genannte Erwerbsminderungsrente:

  • Wer weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten kann, erhält ca. 40 % des letzten Bruttoeinkommens (maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze) bzw. 53 % des Nettoeinkommens als so genannte volle Erwerbsminderungsrente.

  • Wer mindestens 3, aber weniger als 6 Stunden am Tag arbeiten kann, erhält ca. 20 % des letzten Bruttoeinkommens bzw. 26,5 % des Nettoeinkommens, also die halbe Erwerbsminderungsrente.

  • Wer 6 Stunden oder mehr am Tag arbeiten kann, der hat keinerlei Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente!

Generell sollten all jene eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Betracht ziehen, die eine Arbeit verrichten, welche ihnen oder auch anderen den Unterhalt sichert. Das gilt auch für unentgeltlich geleistete Arbeit, die im Falle eines Ausfalls nicht ohne (hohen) finanziellen Aufwand zu ersetzen wäre – eine Hausfrau kann sich also auch absichern.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Um im Falle der Berufsunfähigkeit ein normales Leben weiterführen zu können, sollte die Versicherungssumme genügend hoch angesetzt sein. Ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 2.500 Euro (13 Monatsgehälter) summiert sich bei einer jährlichen Gehaltssteigerung von 2 Prozent in 30 Berufsjahren auf über 1,3 Millionen Euro. Etwa dieser Betrag müsste bei einer plötzlichen Berufsunfähigkeit aufgefangen werden.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist also kein Luxus, sondern eine notwendige und verantwortungsbewusste Absicherung Ihres Lebensstandards. Je nach individueller Versorgungssituation können die Ansprüche sehr unterschiedlich sein.

Grundfähigkeitsversicherung – Gut leben trotz schwerer Krankheit

Es gibt schwere Krankheiten, die Grundfähigkeiten wie Gehen, Sehen, Sprechen oder das Gebrauchen der Hände beeinträchtigen oder ganz verhindern. Das kann man sich als gesunder, voll und ganz im Alltag stehender Mensch kaum vorstellen. Mit dem Verlust dieser selbstverständlichen Fähigkeiten steht man aber plötzlich unvorstellbaren Herausforderungen gegenüber. Vielleicht werden Spezialbehandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen nötig, Pflegepersonal muss eingestellt werden oder Ihre Umgebung muss an eine eventuelle Behinderung angepasst werden – das alles verursacht Kosten, die die Existenz bedrohen können. Dieser Schicksalsschlag kann Sie, Ihren Partner oder Ihre Kinder treffen.

Eine Grundfähigkeitsversicherung bietet Ihnen die Möglichkeit eines lebenslangen und weltweiten Versicherungsschutzes bei schweren Krankheiten und ist bereits für Kinder ab 6 Jahren mit einer vereinfachten Gesundheitsprüfung möglich. So können die finanziellen Folgen einer Reihe von bestimmten schweren Krankheiten auf Ihre Lebenssituation abgefedert werden.

Im Leistungsfall erhalten Sie eine vereinbarte Versicherungssumme in Form einer Einmalzahlung. Dieses Geld verschafft Ihnen die notwendigen finanziellen Freiheiten, um Ihre Krankheit bestmöglich zu therapieren bzw. das Umfeld auf Ihre neuen Bedürfnisse anzupassen.

Bei uns können Sie sich zur Grundfähigkeitsversicherung kompetent und unverbindlich beraten lassen!

Die Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte und Soldaten

Ähnlich wie mit einer normalen Berufsunfähigkeitsversicherung können sich Beamte und Soldaten mit der Dienstunfähigkeitsversicherung für den Fall absichern, dass sie dauerhaft nicht mehr in der Lage sind, ihre Arbeit zu verrichten. Die Dienstunfähigkeit kann z.B. durch einen Unfall oder eine Krankheit eintreten. Sie muss von einem Amts- oder Truppenarzt festgestellt werden.

Wenn es sich voraussichtlich um eine vorübergehende Phase handelt, wird von Arbeitsunfähigkeit gesprochen. Die Dienstunfähigkeit führt entweder zu einer Entlassung oder zu einer Versetzung in den Ruhestand.

Wer den Status „Beamter auf Widerruf“ oder „Beamter auf Probe“ hat, wird von seiner Dienstpflicht entbunden und in die gesetzliche Rentenversicherung überführt. Nur wer „Beamter auf Lebenszeit“ ist, hat Anspruch auf Leistungen des Dienstherrn.

Für Soldaten gilt, dass bei einer Dienstunfähigkeit nur Berufssoldaten Anspruch auf Ruhestand und die damit verbundenen Leistungen haben. Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten werden entlassen.

Bei der Entscheidung für einen konkreten Anbieter einer Dienstunfähigkeitsversicherung sollten folgende Punkte erfüllt sen:

  • Anspruch auf Leistungen aus der Dienstunfähigkeitsversicherung auch bei Teil-Dienstunfähigkeit

  • die Dienstunfähigkeitsversicherung sollte auch dann greifen, wenn der Eintritt in das Beamtenverhältnis erst nach Vertragsabschluss erfolgt

  • auch Beamte auf Probe oder auf Widerruf sollten einen eigenständigen Leistungsanspruch in Bezug auf die versicherte Leistung erhalten, wenn eine allgemeine Dienstunfähigkeit diagnostiziert wird

  • die Versicherung sollte auf das Verkürzen der Dauer der Dienstunfähigkeitsversicherung-Versorgungsbezüge bei Beamten auf Probe oder auf Widerruf verzichten

  • der Versicherungsvertrag sollte auf die Möglichkeit einer konkreten Verweisung verzichten, wenn bei Beamten auf Probe oder auf Widerruf aufgrund einer Dienstunfähigkeitsversicherung der Dienst beendet bzw. widerrufen wird

  • auf weitere Regelungen, die eine Erhöhung der Streitanfälligkeit implizieren könnten, sollte verzichtet werden

Worauf Sie achten sollten

Besonders wichtig ist, dass im Vertrag festgehalten ist, dass die Versicherung das Urteil des Dienstherrn über die Dienstunfähigkeit anerkennt. Wenn dies nicht vereinbart ist, kann die Versicherung eigene Untersuchungen in Auftrag geben. Das könnte mit zusätzlichen Mühen und zeitlichem Verzug verbunden sein.

Analysieren Sie mit uns die bestehenden Ansprüche. Gemeinsam können wir unter zahlreichen Varianten zur Absicherung die zu Ihnen passende auswählen. Bei einer schon bestehenden Invaliditätsversicherung überprüfen wir gerne, ob Sie und Ihre Familie im Ernstfall ausreichend abgesichert sind.