Pflege(zusatz)versicherung

Private Pflegezusatzversicherung

Von vielen Krankenkassen und Versicherungsgesellschaften werden für gesetzlich Pflegeversicherte private Pflegezusatzversicherungen angeboten, die das Risiko von privaten Zuzahlungen abfangen oder abmildern sollen.

Solche Zusatzversicherungen werden auf drei Arten angeboten:

  • Als Pflegerentenversicherung: Sie wird als Lebensversicherung angeboten und zahlt, wenn der Versicherte pflegebedürftig wird, je nach Hilfsbedarf eine monatliche Rente aus. Bei dieser Versicherungsart gibt es viele Vertragsvarianten.
  • Als Pflegekostenversicherung: Die nach Vorleistung der gesetzlichen oder privaten Pflichtversicherung verbleibenden Kosten werden erstattet. Es gibt Tarife, die die Restkosten ganz oder teilweise übernehmen. Dafür ist ein Nachweis erforderlich.
  • Als Pflege(tagegeld)versicherung: Gegen Nachweis der Pflegebedürftigkeit wird im Rahmen der Pflegetagegeldversicherung ein vereinbarter fester Geldbetrag für jeden Pflegetag gezahlt. Das Tagegeld wird unabhängig von den tatsächlichen Kosten der Pflege überwiesen. Pflege(tagegeld)versicherungen lassen sich in 2 Typen einteilen:
    1. Statische, gestaffelte Tarife herkömmlicher Art: Hier kann der Versicherte nur die Höhe des Tagegelds in Grad 5 frei bestimmen. Das ist der Basiswert von 100%. Der Anbieter gibt in seinem Leistungsversprechen ein festes Verhältnis des zu leistenden Pflegetagegelds in den Pflegegraden 4-1 vor, die ausgehend vom Pflegegrades 5 fallend gestaffelt sind.
    2. Modular aufgebaute, flexible Tarife: Hier bestimmt der Versicherte selbst das zu vereinbarende Pflegetagegeld in den einzelnen Pflegegraden. Es sind beliebige Kombinationen denkbar, jedoch darf das Tagegeld des höheren Grades nicht kleiner vereinbart werden als das Tagegeld des nächstniedrigeren Grades. Es können hier auch alle Grade gleich hoch – also zu 100% – versichert werden.Diese Tarife lassen sich maßgeschneidert an die jeweiligen Kundenbedürfnisse anpassen. Wer keinen großen Wert auf die Absicherung des Pflegegrades 5 legt, muss sich hier nicht in diesem Grad überversichern, um in Grad I hoch genug versichert zu sein. Diese Tarife sind Personen zu empfehlen, denen ein möglichst hoher Schutz in Grad I wichtig ist.

Außerdem gibt es die Pflegevorsorge-Zulage (sog. Pflege-Bahr): Wer mindestens einen Beitrag von monatlich 10 Euro zugunsten einer auf seinen Namen lautenden, förderfähigen privaten Pflege-Zusatzversicherung leistet, hat Anspruch auf eine Zulage in Höhe von monatlich 5 Euro. Es kann maximal die doppelte Leistung der sozialen Pflegeversicherung abgesichert werden. Versicherungsunternehmen, die diese privaten Pflege-Zusatzversicherungen anbieten, dürfen die Antragsteller nicht aufgrund gesundheitlicher Probleme ablehnen. Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge dürfen ebenfalls nicht vereinbart werden.

Bei Privatversicherten ist Folgendes zu beachten: Träger der Privaten Pflegeversicherung nach dem SGB XI (PPV) für 9,3 Millionen privat krankenversicherte Bürgerinnen und Bürger sind 40 Mitgliedsunternehmen des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V. (Stand 2008). Diese Unternehmen müssen den in der privaten Pflegepflichtversicherung Versicherungspflichtigen einen Versicherungsschutz mit gleichwertigen Leistungen wie im Vierten Kapitel des SGB XI (die gesetzliche Sozialversicherung) bieten. Für die Mitglieder der „privaten Pflegepflichtversicherung“ gelten altersabhängige Beiträge. Die Beitragsregelungen für Familienangehörige, für privat krankenversicherte Rentner, für Selbständige etc. sind sehr komplex.

Vereinbaren Sie einen Termin mit uns – wir beraten Sie in allen Punkten der privaten Pflegezusatzversicherung kompetent und objektiv!