Wohngebäudeversicherung

Die private Wohngebäudeversicherung

Wer stolzer Besitzer eines Hauses oder einer Wohnung ist, sollte unbedingt eine Gebäudeversicherung abschließen. Die sogenannte verbundene Wohngebäudeversicherung deckt Risiken durch Feuer, Leitungswasser, Hagel sowie Sturm ab Windstärke acht ab. Versichert ist das Gebäude einschließlich aller fest eingebauten Gegenstände, etwa ein fest verklebter Teppichboden oder eine Einbauküche. Aber auch Zentralheizungsanlagen und Sanitärinstallationen zählen dazu. Wurde das Gebäude total zerstört, bezahlt die Versicherung den Wiederaufbau; bei Beschädigungen übernimmt sie die Reparaturkosten und ggf. auch Abbruch- und Aufräumkosten oder Bewegungs- und Schutzkosten. Sind vermietete Wohnräume unbenutzbar, zahlt der Versicherer für bis zu zwölf Monate den Mietausfall oder, wenn der Versicherte die Räume selbst bewohnt hat, den ortsüblichen Mietwert.

Die oben genannten Risiken können auch einzeln versichert werden. Eine Feuerversicherung ist dringend anzuraten – bei vielen Banken ist sie sogar eine Bedingung für die Gebäudefinanzierung. Eine Feuerversicherung kann als Einzelpolice oder im Paket mit anderen Versicherungen abgeschlossen werden.

Gegen eine geringe Mehrprämie ist eine Elementarschadenversicherung zu erwerben, die als Zusatz zur Gebäudepolice abgeschlossen werden kann. Hier zahlt die Gesellschaft auch bei Schäden, die durch Erdbeben, Erdsenkung/Erdrutsch, Schnee/Lawinen oder witterungsbedingten Rückstau aus der Kanalisation entstehen. Diese Zusatzversicherung ist besonders dann zu empfehlen, wenn die Immobilie sich in einer Region mit besonderen geografischen Risiken befindet.

Faktoren, die die Beitragshöhe beeinflussen

Die Beitragshöhe der Gebäudeversicherung richtet sich nach dem aktuellen Wiederaufbauwert des Gebäudes, der Bauweise des Gebäudes, den versicherten Gefahren und dem Standort.

Häuser in Massivbauweise mit Hartdach sind beispielsweise günstiger zu versichern als Häuser in Leichtbauweise; Gebäude aus Holz, Lehm oder mit Reetdach teurer als Häuser aus Ziegel. Auch die Sturmhäufigkeit der Gegend sowie die regionale Leitungswasserhärte beeinflussen die Beitragshöhe.

Ein Beispiel: Für eine Bestandsimmobilie mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern zahlt man etwa zwischen 250 und 300 Euro pro Jahr; für einen Neubau zwischen 220 und 260 Euro. Dieser Beitrag fällt günstiger aus, wenn ein Vertrag mit Selbstbehalt gewählt wird.

Vermeiden Sie eine Unterversicherung!

Bei der Wohngebäudeversicherung ist die Wahl einer Versicherungssumme, die dem Wert des Wohngebäudes entspricht, besonders wichtig. Nur dann erstattet die Versicherung dem Hausbesitzer im Schadensfall jenen finanziellen Betrag, der nötig ist, um das Gebäude zu aktuellen Baupreisen komplett neu zu errichten.

Eine Unterversicherung wird vermieden, wenn der gleitende Neuwert als Berechnungsgrundlage genommen wird. Zur Ermittlung der korrekten Versicherungssumme sind die gesamten Herstellungskosten des Gebäudes zu errechnen.

Die Versicherung gewährt einen „Unterversicherungsverzicht“ – d.h., dass der Schaden ohne den Abzug, der sich aus einer Unterversicherung ergeben würde, erstattet wird –, wenn eine der folgenden drei Berechnungsmethoden der Ermittlung der Versicherungssumme zugrundegelegt wurde:

  • Ausgangspunkt der Wertermittlung sind Größe und Ausstattung des Gebäudes. Es wird ein Wertermittlungsbogen ausgefüllt

  • Wertschätzung durch einen Gutachter

  • Umrechnung des Gebäudewertes durch den aktuellen Baupreis des Hauses

Etwaige Wertveränderungen des Gebäudes, beispielsweise durch werterhöhende An- oder Umbauten, müssen dem Versicherer allerdings immer zeitnah mitgeteilt werden.

Falls Ihr Haus über fest eingebaute Elektronik verfügt wie beispielsweise elektronisch gesteuerte Heiz- und Lüftungssysteme, so ist anzuraten, auch Überspannungsschäden in den Versicherungsschutz der Gebäudeversicherung mit einzubeziehen.

Vorteile einer Gebäudeversicherung

  • Rundumschutz gegen Feuer, Leitungswasser, Hagel- und Sturmschäden

  • Finanzielle Hilfe im Schadensfall: Neuwert, Reparatur- oder Ersatzleistung

  • Absicherung direkter Folgekosten, z.B. Mietausfall

  • Versicherungsschutz auch für Grundstücksbestandteile

  • Zusätzliche Absicherung gegen „Elementarschäden“ (Überschwemmung, Erdbeben, Lawinen)

Was Sie beachten sollten

Schäden, die auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen sind, sind nicht versichert. Als grobe Fahrlässigkeit gilt beispielsweise der Verzicht auf Heizung im Winter – dadurch ist das Einfrieren der Rohre vorprogrammiert. Nicht versicherbar sind Schäden durch Kernenergie, Kriegsereignisse oder innere Unruhen.

Ein Wohngebäudeversicherungsvertrag geht beim Verkauf eines Hauses automatisch auf den neuen Eigentümer über, wenn die Versicherungsgesellschaft umgehend über den Eigentümerwechsel informiert wird.

Wir erklären Ihnen gerne alle zu beachtenden Details einer Wohngebäudeversicherung!